Allgemein

„Jamel rockt den Förster“ – Wir waren dabei. Ein Zeichen gegen Rechtsextremismus!

Das Dorf Jamel in Nordwestmecklenburg ist von Neonazis gezielt als „nationalsozialistisches Musterdorf“ besiedelt worden – derzeit sind ca. 80% der EinwohnerInnen der Neonaziszene zuzuordnen. Einer der führenden Köpfe im Ort ist der mehrfach vorbestrafte Sven Krüger, ehemaliger NPD-Kreistagsabgeordneter und Abrissunternehmer (weitere Informationen zu Sven Krüger gibt es HIER).

Das Festival „Jamel rockt den Förster“ wurde von dem in Jamel wohnenden Ehepaar Lohmeyer ins Leben gerufen und bedeutet seit 2007 Gegenwehr gegen diese Vereinnahmung und soll den Nazis demonstrieren, dass ihnen „demokratischer Gegenwind“ entgegen bläst. Zwei Wochen vor dem Festival wurde die Scheune auf dem Forsthof der Familie Lohmeyer in Brand gesteckt. Die Scheune wurde dabei komplett vernichtet. Die Polizei geht von einem rechtsextremistisch motivierten Anschlag mit vorsätzlicher Brandstiftung aus. Staatsanwaltschaft und Staatsschutz haben sich ebenfalls in die Ermittlungen eingeschaltet.

Das Festival fand am 28. und 29. August 20156 statt und wurde sehr gut besucht. Schirmherrin war die Präsidentin des Landtags von Mecklenburg-Vorpommern, Frau Sylvia Bretschneider. Auch der Ministerpräsident von Mecklenburg-Vorpommern, Erwin Sellering (SPD), besuchte das Festival. „Die meisten Menschen im Nordosten wollten ein demokratisches und weltoffenes Mecklenburg-Vorpommern. Sie lehnten Hass, Gewalt und Fremdenfeindlichkeit entschieden ab. Deshalb ist es wichtig, Flagge zu zeigen, gerade auch in Orten wie Jamel, wo Nazis ihre menschenverachtende Gesinnung durchzusetzen versuchen“, so Sellering während seines Besuchs in Jamel.

Peter Ninnemann (Vorsitzender) und Jörn Eckert (stellv. Vorsitzender) des SPD Ortsvereins Timmendorfer Strand besuchten das Festival in Jamel ebenfalls und waren begeistert von dem Mut, dass das Ehepaar Birgit & Horst Lohmeyer aufbringt, um den Neonazis die Stirn zu bieten. Frei nach dem Motto „Jetzt erst recht!“, erläuterte Horst Lohmeyer in einem persönlichen Gespräch die Entschlossenheit das Festival nach dem Brandanschlag durchzuführen. „Die Neonaziszene ist militärisch organisiert und straff aufgestellt. Das merkt man auch hier im Ort. Wir werden uns hier nicht vertreiben lassen und unser Festival weiterhin organisieren und durchführen.“

„Klare Kante gegen Rechts“, so Ninnemann und Eckert, „ist auch eine klare Maxime unseres Ortsvereins. Wir haben uns in der Vergangenheit immer gegen fremdenfeindliches und rechtsradikales Gedankengut ausgesprochen und werden dies auch weiterhin klar und deutlich artikulieren. Der Besuch des Festivals der Familie Lohmeyer in Jamel ist ein Zeichen der Solidarität – auch im nächsten Jahr werden wir wieder dabei sein.“

Als Überraschungsgast des Festivals trat am Samstag die Band „Die toten Hosen“ auf. Einen ausführlichen Bericht zum Festival inkl. Video gibt es HIER.